Berat – Albaniens Verknüpfung von historischem und modernem Leben

Tilos erste Eindrücke von Albanien:

Auf unserer geplanten achtmonatigen Reise verbringen wir zwei Wochen in Berat, einer Stadt im Herzen Albaniens. Hier starten wir die Erkundungen dieses außergewöhnlichen Landes.

Ich möchte Dir Bilder zeigen, die ich in diesen zwei Wochen gemacht habe und ein paar persönliche Eindrücke schildern. Geschichtliche Fakten lasse ich zunächst außen vor, denn diese lassen sich m.E.im Internet sehr gut nachlesen.

Mir ist wichtig zu zeigen, dass das längere Verweilen an den Orten, die einem gefallen sehr bereichernd ist, spannende Details sich langsam herauskristallisieren und vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die ich kennenlerne sich entwickeln. Plötzlich nehme ich Unterschiede anders wahr, sie befremden mich weniger und vielleicht ist die Chance, diese zu verstehen.

Natürlich habe ich gut reden, wir haben ja genügend Zeit. Andere Reisende haben einen Zeitplan und können sich z.B. Berat üblicherweise nur in ein oder zwei Tagen anschauen. Trotzdem möchte ich hier meine Ansichten, auch die fotografischen (im wahrsten Sinne des Wortes) teilen.

Gleich am ersten Tag war ich von der besonderen Architektur dieser Stadt beeindruckt und es entstanden schon viele Bilder. Frei nach dem Motto: Wer weiß wann man das wieder fotografieren kann. Aber schon am zweiten Tag habe ich meinen Zeigefinger mal vom Auslöser entfernt. Ich schaute auf die Landschaft, die Häuser und die Menschen ohne den Sucher zu nutzen. Das führt schließlich dazu, dass ich Dinge länger betrachte und Geräusche und Düfte ebenso aufnehme.

Für mich als Mann sind hier besonders auffällig  die verschiedenen Berber an jeder Straßenecke. In mir ist die Neugier geweckt, denn auch in Deutschland hörte ich, dass ein Haarschnitt und Rasur bei einem orientalischen Berber speziell ist – im positiven Sinne.

So entschließe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben  einen Berber zu besuchen. Sonst tue ich das eher widerwillig. Und: Es war eine wahnsinnig intensive Erfahrung.  Ich fühlte mich so wohl und war anschließend wie neu geboren. Vordergründig die achtsamere Art berührt zu werden und das handwerkliche Geschick waren absolut faszinierend für mich. Danke Xhuli! Auch unser Gastgeber und meine Frau haben die Veränderung hinterher in mir spüren können und mir Komplimente geschenkt.

Aber was hat das mit guten Fotos zu tun?

Ein Spezialgebiet von mir ist die Konzertfotografie. Ähnlich meinem Erleben hier entstehen meine besten Bilder meist am Ende des Konzertes, dann, wenn ich die Musiker (fotografisch) kennengelernt habe.

Und so ist es auch mit Berat. Durch die Begegnungen, die Wege auch abseits der Touristenströme, lerne ich die Stadt besser kennen und verstehen. Mir begegnen Menschen mehrmals und „man kennt sich“ schon.

Ein weiteres Beispiel hierfür: Als ich Ersatzteile für unser Reisemobil brauchte, hat mir unser Vermieter bereitwillig als Dolmetscher zur Seite gestanden und die Wege gemeinsam mit mir erledigt. Egal wo ich war, es waren immer gleich mehrere Menschen dabei, die helfen, beratschlagen und scherzen. Das geht soweit, das ich mir,  mit dem zum Menschenauflauf hinzu gekommenen Polizisten am Ende freundschaftlich die Hände abklatsche. Durch unsere persönlichen Merkmale als Deutsche kennen die Leute mich und meine Familie und unseren Reimo im ganzen Viertel. Wir sind integriert und ich habe auch keine Hemmungen, mitten im abendlichen Menschentrubel meine Nachtaufnahmen zu machen. So ändern sich die Fotografien vom ersten Tag bis hin zu  späteren Aufnahmen spürbar. Meine zweites Bild in der Reihe zeigt eine typische Beratansicht am ersten Tag. Das dritte Bild die gleiche Ansicht zu einem viel späteren Zeitpunkt mit dramatischen Hintergrund. Für mich ist das eindeutig das bessere Motiv. Das ist nur möglich geworden, weil ich warten kann, um den richtigen Moment für das berührendere oder eigenwilligere Foto zu erwischen.

Diese Stadtansicht spiegelt für mich mehr mein inneres vertraut gewordenes Erleben als das typische Postkartenmotiv. Ich habe darin Berat zu meinem Bild werden lassen.

Ich freue mich nun, diese Impressionen mit Dir teilen zu können. Mehr über mich und meine Liebe zur Fotografie findest Du auch unter: http://www.foto-tb.de

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