Ein unverhoffter Schatz

Heute möchte ich einen Schatz mit Dir teilen, einen Schatz , den wir mit an Bord unseres Reisemobils genommen haben, ohne es vorher zu ahnen. Zu Jormas Einschlafritual gehört immer Vorlesen. Schon länger lesen wir fortfolgende Bücher, wie „Petterson&Findus“, „Samstag kommt das Sams“, „Der kleine Drache Kokosnuss“ usw.  Für mich erstaunlich, dass Jorma stets Figuren mag, die mich selbst begeistern und auch beim 5. mal Vorlesen nicht langweilen. Was für ein Vorteil. Bei unserem letzten Besuch in der Suhler Bibliothek gab es einen kleinen Bücherflohmarkt. Normalerweise habe ich ja gerade alles verkauft, doch hier griff ich ein Buch von Andrea Schwarz, deren Texte mich schon länger begleiten. Ein Märchen, wie es schien.
Während des abwechselnden Lesens schauen Tilo und ich uns mehrfach an und sind berührt, von der Reise der kleinen Drachin und erkennen uns selbst in so vielem wieder. Eine Passage möchte ich gern mit Dir teilen und schau selbst, was es mit Dir macht:

Gespräch Zauberer Moya und kleiner Drache“Hab mich lieb“ aus dem Buch von Andrea Schwarz: „Kleine Drachen sind eben so“ (Seite 52/53)

„…Und es sind solche Spinner und Träumer wie du, die tiefer gehen, weiter sehen, höher fliegen wollen oder, wie du es sagst, die sich auf die Suche machen – auch wenn sie manchmal gar nicht genau sagen können, was sie denn suchen. Das sind die, die immer auf dem Weg sind, offen für alles Neue – auch dann, wenn es vielleicht Angst macht – die Melodien hören, auch wenn niemand sie spielt; die weinen und glücklich sein können, weil sie eine Rose gefunden haben; die Farbe in die Welt zaubern – und ihre Träume suchen. Und all das lässt sich nicht erjagen, sondern dafür muss man offen sein – und das kann jederzeit und überall sein…“ …“ Leben – das ist wie ein Feuer… du kannst dir die Pfoten daran verbrennen, aber wenn du das Feuer in deinem Herzen hast, dann wirst du glücklich sein, auch wenn du traurig bist.“ Der kleine Drache kratzte sich am Kopf, traute sich aber schließlich doch ihre Frage zu stellen: „Wie macht man das nun – leben?“ Moya sah sie liebevoll an:“Du tust es schon längst…“ – „Wie bitte?“ Der kleine Drache glaubte, nicht recht gehört zu haben… „Ja“, wiederholte Moya, „ich mein schon, was ich gesagt habe…du tust es bereits…“ – „Wieso?“ – Du hast dich getraut, der Sehnsucht und den Träumen einen Platz in deinem Herzen zu geben, Du hast deine Einsamkeit gespürt, Du hast dir eingestanden, dass Du Angst hast, Du hast anderen vertraut und konntest staunen, Du hast die scheinbare Sicherheit aufgegeben, Du hast dich verwunden lassen und hast geweint. Du hast tiefer gehen und höher fliegen wollen, dass ist doch Leben – auch wenn Du dabei deinem Ziel vielleicht noch nicht näher gekommen bist. Aber möglicherweise ist das Unterwegs – sein wichtiger als das Angekommen – sein…“

2 Comments

  1. Wow. Das ist sooo ergreifend. Danke für das Teilhaben lassen. Ich sitze hier in meinem Wohnzimmer, höre Schostakowitschs Second Waltz, weil ich den gerade auf der Klarinette lerne und lasse mich forttragen von den Worten und der Musik. Mögen die Klänge und Farben dieses Tages zu euch flattern. Umarmt.

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