Steinbrücke

Ankunft in Albanien

Unter den Klängen des Mittagsgebets und dem Signalhorn der Polizei berichte ich heute ein wenig mehr von unserem Sein unterwegs. Wir sind in Albanien, unserem ersten geplanten Reiseziel angekommen.
Neben Ungarn wollen wir hier etwas länger verweilen und uns etwas mehr in die Gebräuche, anderen Lebensformen und auch in die wundervolle Geschichte des Landes vertiefen. Im Winter 2016 haben wir den Vortrag von einem befreundeten Fotoclubkollegen von Tilo über Albanien gesehen und waren absolut fasziniert. Zuvor hatte ich lediglich die vielen Vorurteile gehört. So war es dann auch, dass Bekannte und Freunde meinten, wollt Ihr da wirklich hin? Da gibt es Sicherheitswarnungen etcMal abgesehen davon, dass es nicht stimmt mit den Sicherheitswarnungen des auswärtigen Amtes, die gelten eher für Tunesien, Ägypten usw.wohin tausende Deutsche trotzdem ganz selbstverständlich jährlich hinreisenmöchten wir uns lieber selbst überzeugen, wie es ist.
Die Klänge am Anfang haben mich eher schmunzeln lassen, denn sie entsprechen vermutlich dem oben genannten Bild in Deutschland. Ansonsten fühle ich mich in Wirklichkeit herzlich aufgenommen hier und es war der Zufall der Stunde
Trotzdem kann ich eine anfängliche Anspannung nicht bestreiten. Schon auf den letzten Kilometern von Montenegro vor der Grenze Albaniens wird das Leben deutlich anders. Die Dörfer sind zergliederter, die Anwesen sind entweder nach außen groß und wirken reich, andererseits gibt es viele kleine dunklere Bauten mit Müll, Hühnern und Ziegen im Vorgarten. Ich versuche ausschließlich die Andersartigkeit wahrzunehmen. Trotzdem komme ich nicht umhin, Beklemmung zu spüren, was mich in den nächsten Wochen erwarten wird. Ich muss betonen, ich war bisher keine Reisende. Die Sehnsucht danach hat sich mehr oder weniger überraschend in mein Leben geschlichen und ich bin davon eher überrascht. Jorma ist da ein ziemlicher Lehrmeister mit seiner sprühenden Neugier auf die Welt und das Leben.
Die Suche nach Stellplätzen machte das Ankommen hier eher schwierig. Es gibt rundherum Berge und ansonsten Siedlungen. Zum Freistehen mit Karlotta brauchen wir eher etwas grün und vor allem Sicherheit vor den herumstreunenden Katzen und Hunden. Sie leben zwar friedlich im Miteinander,  Karlotta ist ja eher Einzelgängerin und schnell beleidigt. Nach einer Odyssee finden wir endlich etwas am Dorfrand. Hinter uns liegt eine Wiese, doch sieht sie eher verlassen aus. Nach einem Spaziergang mit Jorma sind dann doch die Besitzer dort und holen Heu für Ihre Tiere. Ich gehe mit Jorma auf sie zu und frage, ob wir stehen bleiben können. Von der Familie kommt ein einhelliges: no problem, no problem… Des weiteren strahlen wir uns erst einmal an und Jorma und ihr Sohn Leo beginnen zu spielen. Die gegenseitige Sympathie und die Hoffnung der Mutter, dass Leo mit uns Englisch üben kann, lassen uns dann plötzlich auf ihre Einladung hin den Bus umsetzen und stehen schließlich in Ihrem Hof. Und nicht lange sitzen wir auf ihrem Familiensofa, trinken Chai und Raki🙂.
Die 3 Kinder des Hauses und Jorma toben fleißig und wir zeigen auf der Karte woher wir kommen – Leo wird immer wieder als Dolmetscher herbei gerufen. Übrigens kann Leo mit seinen 9 Jahren super Englisch. Er berichtet mir, dass er einen Lehrer aus England hat und sie im Unterricht nur englisch sprechen. Das lohnt sich offensichtlich. Schließlich kommt sogar das Angebot, auf dem Sofa schlafen zu dürfen, was wir jedoch dankend ablehnen. Nach dem wirklich anstrengenden 1. Tag in Albanien sind wir dann sehr fröhlich, dankbar und zuversichtlich für die kommende Zeit.
Davon mehr in meinem kommenden Bericht

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